Zentralnervöse Schädigungen

EMG-Biofeedbackbehandlung z.B. nach Schlaganfall oder bei Cerebralparese

Bislang gibt es häufig die Meinung, dass Schädigungen in der zentralen Steuerung der Muskulatur nicht zu beseitigen sind. Es ist inzwischen jedoch wissenschaftlich belegt, dass es das sogenannte EMG-Biofeedback möglich macht, noch normal funktionierende Nervenzellen zu trainieren, neue Verbindungen zum Muskel herzustellen und damit Muskelfunktion zu verbessern. Dadurch ist unter Umständen auch noch nach Jahren seit Beginn einer Schädigung eine funktionelle Verbesserung bei Patienten möglich.

Wie funktioniert eine EMG-Biofeedbackbehandlung?

Bei einer EMG-Biofeedbacktherapie wird ein Elektromyogramm erstellt. Was heisst das?
Auf den betroffenen Muskelpartien werden Klebeelektroden angebracht, über welche die Signale vom zentralen Nervensystem, die an den Muskeln ankommen, gemessen werden. Sind diese zu schwach, kann der Patient den entsprechenden Muskel nicht gezielt, d.h. willkürlich,  einsetzen. Durch das kontrollierte Training entstehen neue Nervenverbindungen, die zu einer Steigerung des am Muskel ankommenden Signals führen. Feedback wird den Patienten über visuellen und auditive Signale gegeben.

Die Patienten lernen, gezielt Muskeln zu aktivieren und Muskelgruppen zu koordinieren und wieder ein Gefühl dafür zu entwickeln, bestimmte Bewegungen auszuführen oder besipielsweise Spasmen aufzulösen. Mittels einer EMG-Biofeedbacktherapie kommt es häufig zu einer besseren funktionellen Kontrolle der betroffenen Muskelpartien.

Welche Erfahrungen gibt es?

Sehr gute Erfahrungen und Erfolge liegen bei Patienten mit Bewegungsstörung im Rahmen einer Cerebralparese, nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder nach Schlaganfall und bei inkompletter Querschnittssymptomatik, zum Beispiel nach Rückenmarksverletzung vor.