Wie ein Presslufthammer im Kopf...

Migräne ist neben dem Kopfschmerz vom Spannungstyp (Spannungskopfschmerz) die zweithäufigste Kopfschmerzform. Laut einer Studie von Göbel (2004) leiden ca. 20 bis 30 % der Erwachsenen an Migräne mit unterschiedlicher Attackenhäufigkeit, wobei Frauen ganz deutlich häufiger betroffen sind. Bei Frauen beträgt die Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Leben eine Migräne zu bekommen, immerhin 25 Prozent. Die meisten Anfälle treten im Alter zwischen 35 und 45 Jahren auf.

Eine Definition und Beschreibung des Krankheitsbilds "Migräne" finden Sie im Biofeedback-Lexikon auf dieser Website.

Wie kann Biofeedback helfen?

  1. Vasomotorisches Feedback oder Vasokonstriktionstraining
    Bei dieser Methode wird das Pulsvolumen in der Temporalarterie seitlich der Stirn gemessen und zurückgemeldet. Daraus wird ein Maß für die Gefäßweite bestimmt.
    Das Training besteht darin, über das Feedback die Gefäßweite zu beeinflussen. Entweder soll das Gefäß erweitert oder zusammengezogen werden.
    Die dahinter stehende Erwartung ist die, dass Betroffene bei Anzeichen eines kommenden Migräneanfalls durch eine willentliche Konstriktion (= Verengung) der Temporalarterie die Migräneattacke verhindern können.
    Geht eine Aura voran, so sollte in diesem Stadium eine Veränderung in Richtung Gefäßerweiterung erreicht werden, um die Gefäßspannung zu normalisieren.

  2. Handtemperatur-Feedback
    Dieses Verfahren verfolgt das Ziel, eine Erhöhung der peripheren Körpertemperatur zu bewirken. Warum?
    Es wird davon ausgegangen, dass mit der einhergehenden Erweiterung der pripheren Blutgefäße zu einer Reduktion des Blutflusses in den Hirnhautgefäßen kommt. Dies sollte sich - so die noch nicht belegte Annahme - positiv auf die Anfallsentwicklung auswirken. Die Methode bewirkt aber in jedem Fall generell eine Entspannung.

  3. EMG-Feedback
    Die Methode zielt auf eine Verminderung der Muskelspannung ab. Es wurde zum Beispiel eine erhöhte Muskelanspannung in der Stirnmuskulatur beobachtet.
    Es wird vermutet, dass sich die Reduktion von Muskelspannung mit parallel einhergehender allgemeiner Entspannung günstig auf die Verhinderung von Migräneanfällen auswirkt.

 

Am häufigsten angewendet wird das Vasokonstriktionstraining. Die Klienten müssen die Fähigkeit erlernen, durch Gedanken und emotionale Situationen und Stimmungen Körperprozesse auszulösen, die zu einer  Blutgefäßverengung führen.
Der Erfolg der Veränderungen des Gefäßdurchmessers (Schläfenarterie) kann direkt auf einer Leinwand verfolgt werden. Um eine Migräneattacke auf diesem Weg unterdrücken zu können, sollte diese Verengung der Schläfenarterie mehrere Minuten aufrecht erhalten werden.
Dies zu erlernen, setzt in der Regel mindestens bis zu 10 Trainingssitzungen voraus, die nach einem festen Schema ablaufen. So wechseln sich nach einer 3minütigen Ruheaufzeichnung mehrere Trainingsabschnitte von jeweils 3 Minuten Dauer mit Entspannungsabschnitten von jeweils 1 Minute Dauer ab. Dieses Trainingsschema hat sich sowohl bei Erwachsenen wie auch Kindern bewährt.

In wissenschaftlichen Studien wurde die Wirksamkeit von Biofeedback bei Migräne nachgewiesen und gilt als wirksame Therapieform, um vorbeugend die Anzahl der Anfälle zu reduzieren und eine evtl. Medikation zu reduzieren. Biofeedback ist aufgrund seiner absolut nebenwirkungsfreien Anwendung auch besonders gut geeignet für Patienten mit einer Medikamentenunverträglichkeit oder die unter Nebenwirkungen leiden.

Bohrende Schmerzen

Häufig herrscht bei Migräne Ratlosigkeit und ein Gefühl des Ausgeliefertseins