Inkontinenz:
Das geheime Leiden ...

Was versteht man unter Inkontinenz?

Inkontinenz ist ein in der Öffentlichkeit weitgehend tabuisiertes Thema. Man unterscheidet zwischen der Harninkontinenz und der Stuhlinkontinenz.
Bei der Inkontinenz ist es den Patienten nicht mehr möglich, ihren Harn bzw. Stuhl zurück zu halten, sie haben daher kaum oder gar keine Kontrolle mehr über diese Körperfunktionen.

Im Allgemeinen wird die Inkontinenz oder Blasenschwäche in milder Form oft als Alters- oder Frauenkrankheit angesehen. Tatsächlich ist es aber so, dass Inkontinenz in jedem Alter und auch bei Männern auftreten kann. Von Harninkontinenz sind jedoch vor allem Frauen betroffen. Die Ausprägung ist unterschiedlich: von geringfügigem Abgehen von Harn beim Husten, Lachen oder Niesen (bei ca. 50% aller Frauen), über Harnabgang bei leichter körperlicher Arbeit, beim Laufen oder Gehen bis zum völligen Fehlen der Kontrolle der Blasenfunktion. Da Inkontinenz von den Betroffenen in den meisten Fällen als äußerst peinlich empfunden wird, besteht die Gefahr des sozialen Rückzuges und der Vereinsamung, weil etwa Aktivitäten in der Öffentlichkeit oder Kontakte zu Bekannten und Freunden stark eingeschränkt werden. Die weiteren Folgen können psychische Beschwerden wie z.B. Depressionen sein, in jedem Fall besteht aber eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Mangelnde sportliche Bewegung sowie mehrere Geburten erhöhen das Risiko für Harninkontinenz. Mögliche organische Ursachen müssen vom Facharzt vor Beginn einer Biofeedbacktherapie abgeklärt werden.

Warum Biofeedback bei Inkontinenz?

Bereits seit ca. 40 Jahrenwird das Biofeedback bei Inkontinenz erfolgreich eingesetzt. Die Erfolgsquote beträgt bis zu 80%. Dennoch ist die Methode in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Biofeedback unterstützt die Wiedererlangung der Kontinenz ohne Medikamente oder chirurgische Eingriffe. Richtig vermittelt und angewendet ist Biofeedbacktraining einfach zu erlernen, es erspart Arztbesuche und aufwendige pflegerische Maßnahmen sowie teilweise unnötige Operationen.

Eine Biofeedbacktherapie ist primär angezeigt bei

  • Stressinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Mischformen
  • Harnverhalt

Wie funktioniert Biofeedbacktraining bei Inkontinenz?

Mit Hilfe eines sog. EMG-Biofeedbacktrainings für Männer oder Frauen lernen Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur  bzw. Ihren Schließmuskel gezielt zu stärken. Sie erhalten so nach und nach wieder die verlorengegangene Kontrollfunktion für Ihre Blase zurück.
Quelle: Mindmedia
Bei der Biofeedback-Therapie werden die Muskeln, die das Zurückhalten des Harnflusses kontrollieren, ganz gezielt trainiert und gestärkt. Da die Betroffenen diese Muskeln nicht mehr willentlich an- und entspannen können, ist das Feedback (Rückmeldung) der Muskelspannung gerade anfänglich sehr wichtig, um wieder ein Gefühl für diese Muskelaktivitäten zu entwickeln. In der Folge  wird dadurch die willkürliche Kontrolle über diese Muskulatur wiedererlangt (Bild: Mindmedia).

Die Messung der Muskelaktivität funktioniert zwar mit komplexer Technik, ist aber für Sie ganz einfach:
Über einen hochempfindlichen Sensor wird die Muskelspannung im Beckenboden exakt gemessen und Ihnen als visuelles und/oder akkustisches Biofeedback zurückgemeldet. Parallel dazu wird auch Ihre Bauch- bzw. Gesäßmuskulatur gemessen. So ist von Anfang an gewährleistet, dass Sie auch wirklich die relevanten Muskelgruppen trainieren. Sie bei Ihrem Kontinenztraining jederzeit die Kontrolle über den Grad Ihrer Muskelanspannung und lernen, Ihren Beckenboden gezielt und effizient zu koordinieren. Mit Hilfe von Biofeedback können schwache Muskeln auf Verlangen besser aktiviert, überspannte Muskeln entspannt und die allgemeine Muskelaktivität koordiniert werden.

Unter Zuhilfenahme eines hochwertigen mobilen Heimgeräts, können Sie zuhause regelmäßig das Training fortsetzen und begleitend in der Praxis, vom Therapeuten unterstützt, den Fortschritt und die Effektivität unter kontrollierten Bedingungen weiter steigern.

 

Bild: Staeb Medical

Dauer der Therapie

In der Regel ist bei Harninkontinenz die Kombination von 5-8 Sitzungen unter Anleitung bei gleichzeitigem Heimtraining ausreichend, um eine deutlich spürbare Verbesserung zu erzielen. Bei Stuhlinkontinenz ist von einer längeren Therapiedauer auszugehen. Das mobile Heimgerät wird Ihnen zunächst für drei Monate ausgeliehen, auf Antrag bei den Krankenkassen kann eine Verlängerung dieses Zeitraums erfolgen.

Kostenübernahme

Die Kosten für das mobile Leihgerät werden - nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) - in aller Regel von den Krankenkassen übernommen. Wir arbeiten mit einem namhaften Hersteller zusammen, der ein hochwertiges Gerät anbietet und für Sie auch die Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse erledigt.
Die begleitenden Sitzungen in der Biofeedbackpraxis müssen Sie allerdings selbst bezahlen. Da diese aber durch eine kontrollierte Messung ein sehr effizienteres Training erlauben, erreichen Sie damit einen schnelleren Erfolg - die Investition in diese Sitzungen lohnt sich also unbedingt.

Vereinbaren Sie am besten gleich einen Informationstermin oder rufen Sie für eine individuelle Beratung an (Tel. 083341/ 90 82 291).

Verlorene Kontrolle ...